Welcome little Babygirl Olivia – ein paar Gedanken über die Geburt

Unsere kleine Olivia ist vor zwei Wochen auf die Welt gekommen und ich wollte ein paar Gedanken über die Geburt mit euch teilen…


Olivias Schlafzeiten wurden genutzt, um einen von euch sehr gefragten Beitrag zu schreiben. Es geht um Olivias Geburt, wie ich mich gefühlt habe bzw. fühle und wie es abgelaufen ist.

Schmerzen

Wenn ich, wie manch andere, alle Stunden zählen würde, in denen ich in den Wehen lag, wären es mehr als 24h gewesen. Die richtigen, starken Wehen, bei denen ich mich nur aufs Atmen konzentrieren musste, dauerten von ca. 21.00 Uhr bis 5.26 Uhr. Tja, die Schmerzen waren wirklich katastrophal. Ich will und kann es nicht schön reden, denn so etwas  erlebt man vorher einfach nicht. Wie eine Followerin von mir schon auf Instagram geschrieben hat „Es ist, als würde man einen Apfel durch ein Nasenloch pressen“ – ich habe so gelacht, als ich das gelesen habe. Genau so ist es! Ich habe mich auf das Schlimmste eingestellt, aber irgendwie war es trotzdem schlimmer. Das komische daran – die Zeit verflog so schnell, ich merkte echt nicht, dass es auf einmal schon 2 in der Früh war, in meinem Kopf kam es mir vor, als wäre maximal eine Stunde vergangen. Kommen wir aber zu den …

… Gedanken die mir durch den Kopf gingen:

  • Vielleicht kommt sie ja doch noch nicht heute?!
  • Können wir nicht kurz eine Pause machen, ich schlaf’ ein bisschen und morgen machen wir weiter?
  • Mein Schrei hörte sich gerade an wie bei einer Opernsängerin! Dieser Schrei hörte sich jetzt an wie bei einer Dämonenaustreibung – haha!
  • Passiert das gerade wirklich?

Probleme während der Geburt

Meine Vorstellung von dem unpassendsten Zeitpunkt wurde wahr – die starken Wehen fingen am Abend an, nach einer anstrengenden Nacht mit wenig Schlaf und einem langem Tag. Am liebsten wärs mir ja gewesen, wenn ich ausgeschlafen wäre und ich ganz viel Power hätte. Tja, das kann man sich halt nicht aussuchen.

Irgendwann hatte ich keine Kraft mehr, da ich eben die Nacht davor nicht wirklich geschlafen hatte und ich alles tun wollte, damit die Schmerzen endlich aufhören. Sie fragten mich ob ich einen Kreuzstich, auch PDA genannt, haben wollte. Ich glaube ich hätte in diesem Moment alles getan, nur damit die Schmerzen aufhören. Dazu muss ich sagen, dass ich echt nicht wehleidig bin und schon viele Schmerzen ausgehalten habe, wie meine große Kiefer-OP, bei der ich am nächsten Tag schon ins Krankenhaus Café ging und die anderen in meinem Abteil noch im Zimmer heulten.

Um ca. 01.00 Uhr sagte ich dann JA zur PDA! Doch zum Kreuzstich kam es nicht gleich, da die Anästhesisten, die auf dem Weg zum Kreissaal waren, wieder umkehren mussten, weil ein großer Unfall reingekommen war. Glück im Unglück, denn Olivia hatte sich nicht seitlich gedreht und wäre als „Sterngucker“ auf die Welt gekommen, was mir noch mehr Schmerzen und Verletzungen bereitet hätte. Das seltsame daran: ich habe das nicht einmal mitbekommen, dass ein Arzt da war und gesagt hat, dass sie sich noch nicht richtig liegt – deshalb haben sie mir auch den Kreuzstich vorgeschlagen.

Um 03.00 Uhr kamen die Anästhesisten noch einmal und machten bei mir den Kreuzstich. Diese Prozedur dauerte fast eine Stunde, die mir wiederum wie 10min vorkam. Ob die Schmerzen weg waren? Nicht wirklich. Ich hatte noch immer Schmerzen, aber sie waren anders. Wie ich vorher schon erwähnte, meinte es das Schicksal gut mit mir. In der Zeit, in der die Anästhesisten weg waren, drehte sich Olivia doch noch in die richtige Richtung und ich kam mit kleinen Geburtsverletzungen davon.

Als Olivia dann auf der Welt war und die Hebamme sie mir in die Arme legte, konnte ich es nicht fassen. Ich hatte mein kleines Mädchen in den Händen und dieses Gefühl war und ist einfach atemberaubend. Das kleine Würmchen, dass ich 10 Monate in meinem Bauch trug, war nun endlich da und Paul und ich heulten wie kleine Babys. Alles blieb irgendwie stehen und ich fühlte mich wie der glücklichste Mensch auf dieser Welt. Ich dachte immer, als jemand sagte „Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben“ – Jaja, man ist einfach überglücklich. Aber sie hatten Recht. Man kann es wirklich nicht beschreiben. Ich könnte euch jetzt noch 100 Zeilen schreiben, wie schön es ist und ihr werdet es trotzdem erst fühlen können, wenn ihr euer eigenes Kind in den Händen hält – einfach unbeschreiblich.

Paul war die ganze Zeit an meiner Seite und ich sags’ euch, er hatte es auch nicht leicht. Einmal brauchte ich ihn, im anderen Moment wollte ich nicht einmal das er mich berührt. Ich schrie wie am Spieß und der Arme konnte nur zusehen und leidete mit mir mit und das schätze ich so sehr. Er ist einfach der beste Mann und beste Papa für Olivia, den man sich vorstellen kann.

Viele sagen, man vergisst die Schmerzen. Vergessen werde ich sie zwar nie, jedoch sind sie dann ja sowieso vorbei und das Glücksgefühl überwiegt. Man muss einfach nur diese paar Stunden aushalten und bekommt dafür das schönste Geschenk, das es auf dieser Welt gibt.

Was würde ich genau so machen, was würde ich anders machen?

Zur Akupunktur würde ich gehen, so wie es mir meine Hebamme vorgeschlagen hat und/oder homöopathische Mittel während der Schwangerschaft nehmen. Ansonsten habe ich von Dammassage bis Heudampfbad und Schwangerschaftstees alles gemacht, was man vorher machen kann.

Olivia

Olivia ist einfach das süßeste Baby, das es gibt. Das sagt wahrscheinlich jede Mutter zu seinem Kind, jedoch bin ich mir gaaanz sicher, dass sie wirklich die Schönste ist. Ich genieße es ihr beim Schlafen zuzusehen und liebe es, mit ihr zu kuscheln. Das schönste Gefühl ist es jedoch sie zu stillen. Ich fühle mich so stark verbunden mit ihr. Es sind erst zwei Wochen vergangen, seitdem sie auf der Welt ist und mir kommt es viel länger vor. Sie hat sich in dieser kurzen Zeit so verändert und lernt immer etwas Neues dazu. Wir freuen uns über jede Kleinigkeit, sogar wenn die Windel voll ist. Lustiges Gefühl, wenn man sich über eine volle Windel so freut wie über eine Gucci Tasche. Hätte ich auch niemals gedacht 😀 haha

So, nun hör ich aber auf, mein Beitrag ist doch etwas detaillierter und länger geworden, als ich geglaubt hätte, aber irgendwie wollte ich meine Geschichte mit euch teilen.

Wünsche euch noch einen schönen Tag!

(PS: Ich schreibe diese Sätze und heule dabei, eins meiner neuesten Eigenschaften die ich seit der Geburt habe. Mindestens 5 Mal am Tag vor Freude heulen)